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40jähriges Priesterjubiläum von Pastor Heribert Heyberg

Am 30. August 2009 feierte Pastor Heyberg sein 40järhiges Priesterjubiläum im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Konrad. Ein stattliche Anzahl seiner Weggefährten und Bekannten aus Fern und Nah assistierten ihm beim Gottesdienst am Altar (sicher es hätten gerne noch mehr den Weg nach Vogelsang gefunden, wenn die nicht durch anderweitige Gottesdienstverpflichtungen gebunden gewesen wären).

Im Anschluss traf sich die Gemeinde mit den persönlich geladenen Gästen Pastor Heybergs im Pfarrsaal. Obwohl Pastor Heyberg nunmehr seit 16 Jahren in unserer Pfarre und natürlich auch im Pfarrverband tätig ist und er hier „Gott und die Welt“ kennt, ist das umgekehrt nicht der Fall. Er ist zwar immer da, wenn man ihn braucht – aber nur wenige kennen einige seiner Lebensstationen. Aus diesem Grunde stellte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Herrn Heyberg der Gemeinde in Form eines Interviews vor, das hier im Wortlaut wiedergegeben wird.

Herr Heyberg, schildern Sie uns doch bitte einmal die wichtigsten Stationen Ihres Lebens:


Herr Heyberg:Geboren bin ich am 30.12.1943 in Bensberg. Dort habe ich 1963 mein Abitur gemacht. Danach begannen intensive Jahre des Studiums der Theologie in Bonn (vier Semester), Freiburg (zwei Semester), Tübingen (ein Semester) und Bonn (zwei Semester); danach schloss sich der zweijährige Besuch des Priesterseminars in Köln an. Ich denke dankbar an manche akademischen Lehrer; z. B. die Professoren Böckle, Jonissen, Vögtle, Küng und Ratzinger zurück. Am 2. Juli 1969 war unsere Priesterweihe durch Erzbischof Höffner im Hohen Dom zu Köln.

Dann begann die Zeit als Kaplan – für kurze Zeit in Remscheid, dann in Radevormwald. Von Herbst 1971 bis Herbst 1975 war ich tätig als Spiritual am Erzbischöflichen Priesterseminar. Von 1971 bis 1992 war ich Pastor in St. Anna in Köln-Ehrenfeld. Seit Ende 1993 lebe ich in Vogelsang und bin nun schon viele Jahre (durch meine gesundheitlichen Probleme eingegrenzt) als Subsidiar im Seelsorgebereich tätig.

Herr Heyberg, welche Gedanken schießen Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an Ihre Priesterweihe vor gut 40 Jahren zurückdenken?

Ein heißer Tag im kühlen Dom! Ein festlicher Gottesdienst! Am Abend in der Runde mit dem Erzbischof die spannende Frage: Wohin wirst Du geschickt? (Heute wissen die Neugeweihten das schon ein Jahr im Voraus).

Herr Heyberg, 1969 geweiht, es waren die Jahre des Umbruchs und des Aufbruchs; gibt es im Rückblick ein besonderes Ereignis oder Erlebnis, das Sie mit Ihrer Priesterweihe und Ihrer Primiz verbinden?
Ja, es war 1969. Ein Jahr nach dem Zusammenbruch des Prager Frühlings. Schon damals hatte ich viele Kontakte zu Christen und Priestern in der CSSR. Obwohl die Russen schon als Besatzer im Land waren, konnten einige meiner Freunde von dort an Weihe und Primiz teilnehmen – für sie und für mich eine große Freude. Mein persönlicher Kelch trägt seit damals einen Knauf aus stilisiertem Stacheldraht. Bis heute erinnert er mich an die Christen in der Bedrängnis vielerorts in der Welt.

Wie und wann ist der Gedanke in Ihnen gereift Priester zu werden? Hatten Sie Unterstützer oder Vorbilder?

Früh gab es Gedanken evtl. Priester zu werden; ich hab‘ eine richtige „Gemeindekarriere“ durchgemacht: Ministrant – Oberministrant – Hilfsküster – Chorsänger … Zum Abitur hin klärte sich die Entscheidung. Vorbilder waren u. a. einzelne Priester – ein ganz eifriger Jugendkaplan – mein geistreicher Religionslehrer in der Oberstufe, der einem Freude an der Theologie vermitteln konnte, mache Andere wie die Wirtin meiner Studentenbude in Freiburg.

Im Rückblick, was haben Sie in Ihrem langen Priesterleben besonders gerne gemacht und in Angriff genommen, Herr Heyberg?
Die Feier des Gottesdienstes und die Predigt habe ich immer als zentrale Aufgabe gesehen. Gerne denke ich an die intensiven Planungen der Festzeiten des Kirchenjahres zusammen mit meinen MitarbeiterInnen – Fastenzeit und Ostern, Advent und Weihnachten. Die Osternacht ist für mich das Fest des Jahres.  Viel Freude hat mir das Leben mit Jugendlichen gemacht – ich denke an die Glaubensgespräche mit Jugendlichen in Radevormwald – die werktäglichen Meditationsmessen mit 40 Jugendlichen in Longerich – auch denke ich an die Nachtwallfahrten der Kölner Jugend nach Altenberg. Eine spannende Sache waren über viele Jahre die Ehevorbereitungsnachmittage im Dekanat Ehrenfeld und im Familienform (früher Familienbildungsstätte) Vogelsang.

Gibt es im Leben als Geistlicher ein Ereignis, das Sie besonders schmerzt?

Besonders schmerzlich war einige Male für mich das Ausscheiden von Freunden und Mitbrüdern aus dem gemeinsamen Amt.
Was für mich die schmerzlichste Erfahrung der 40 Jahre war, ist das Eisenbahnunglück 1971 in Radevormwald, wo 42 Kinder aus meinem 10. Schuljahr und vier Lehrer ums Leben kamen. Diese schweren Tage haben – innerlich und äußerlich – vieles in meinem Leben geprägt.

Herr Heyberg, es gab sicher auch sehr beeindruckende Erlebnisse für Sie, welche würden Sie uns vorstellen?

Da wäre vieles zu nennen:
- das Neujahrstreffen von Taizé in Köln Mitte der 80er Jahre mit gut tausenden von jugendlichen Teilnehmern.

- mein Besuch in unserer Ehrenfelder Partnergemeinde in Ligunga/Tansania – 10 Tage Alltag in einem afrikanischen Dorf

- die Einführung meines Freundes Mila Vlk zum Erzbischof in Prag – er hatte jahrelang Arbeitsverbot als Priester unter dem kommunistischen Regime

- viele lebendige Messen op Kölsch

- manche hl. Messe an besonderen Orten; z. B. in der Wüste zwischen Jericho und Jerusalem, in Nazareth, auf dem Berg Athos, im Zwi Canyon, in der St. Ludwigskirche in Moskau.

Wie sähe Ihr Berufswunsch heute aus, wenn Sie noch einmal entscheiden dürften, Herr Heyberg?

Auch wenn ich manche Fragen noch einmal 2innerlich durchkauen“ müsste, ich würde mich noch einmal für diesen Beruf entscheiden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Junge Priester, die Menschen begeistern können für das Evangelium und die Nachfolge Jesu und Gemeinden, die uns Priester solidarisch begleiten und für uns beten.

Herr Pastor Heyberg, ganz herzlichen Dank für Ihre offenen Worte und Stellungnahmen.

Hans Gerd Fuchs